Unser Selbstverständnis

Humanismus, wie wir ihn verstehen, ist eine Weltanschauung, die sich an den Interessen, den Werten und der Würde des einzelnen Menschen orientiert. Er ist ein Sammelbegriff für Ideen, deren Ziel es ist, die Grundlagen für das menschliche Dasein zu verbessern und insbesondere die Menschlichkeit (humanitas) voranzubringen. Gewissensfreiheit, Anerkennung der gesellschaftlichen Pluralität und Gewaltfreiheit sind wichtige humanistische Prinzipien, die sich im solidarischen Zusammenwirken aller Menschen in nachhaltiger sozialer, wirtschaftlicher und ökologischer Verantwortung entfalten sollen.

Humanismus entwickelt Ideen und Initiativen, wie ein selbstbestimmtes und sinnerfülltes Leben zu verwirklichen ist. Obgleich es verschiedene Strömungen im Humanismus gibt, spricht er, so wie wir ihn vertreten, vor allem Menschen ohne religiöse Bindungen an – gleich ob atheistisch, agnostisch, freidenkend oder freigeistig.

Was ist dabei besonders an der Humanistischen Vereinigung?

Der Humanismus, wie er von uns vertreten wird, versteht sich als positive Weltanschauung, als eine Art, das Leben zu leben – als eine Lebenseinstellung. Es geht ihm z. B. um die praktische Bewältigung gesellschaftlicher Herausforderungen und die Beantwortung ethischer Fragen. Dieser weltanschaulich begründete „praktische Humanismus“ ist es vor allem, die die Humanistische Vereinigung von anderen Organisationen unterscheidet.

Daher engagiert er sich nicht nur in der intellektuellen Auseinandersetzung und Weiterentwicklung der Fundamente seiner Weltanschauung – wie z. B. der Rolle eines naturalistischen Weltbildes, der Bedeutung evolutionären Denkens und anderem – sondern auch in einer Vielzahl von sozialen, pädagogischen und kulturellen Einrichtungen und Projekten. Sie reichen von den derzeit 19 Humanistischen Kindertagesstätten in Bayern über die private Humanistische Grundschule Fürth bis hin zu medizinethischer Hilfestellung, Jugendarbeit und Jugendhilfe, wissenschaftspädagogischen Angeboten und vielem anderen mehr. Denn gerade im sozialen und Bildungsbereich gibt es bisher viel zu wenige spezifisch humanistische Angebote und Dienstleistungen.

Gegen die Vernachlässigung oder sogar Diskriminierung humanistischer Bedürfnisse wollen wir nicht durch bloße Kritik an den Zuständen vorgehen, sondern darauf auch mit konkreten, eigenen Angeboten antworten. Daher fordert die Humanistische Vereinigung konsequent die grundgesetzlich garantierte Gleichbehandlung mit anderen Weltanschauungsgemeinschaften und insbesondere den Religionsgemeinschaften ein – bei der Finanzierung der Humanistischen Beratung im Krankenhaus, bei einem weltanschaulich profilierten, wertebildenden Schulfach bis zu den Sendezeiten im öffentlich-rechtlichen Rundfunk, um nur einige Beispiele zu nennen.